Stoffbinden - zurück zum Ursprung

So entwickelte sich die Stoffbinde bis heute

Stoffbinden sind weiß Gott kein Produkt der modernen Zeit gegenüber dem täglichen und weltweiten Konsum. Von Beginn an der Menschheitsgeschichte zeichnet die monatliche Menstruation den Kreislauf der Natur nach. Doch wie hat sich die Stoffbinde bis heute aus der Vergangenheit entwickelt? Ein interessanter Blick auf ein Thema, über das nicht gern gesprochen wird und dennoch zu jeder Zeit gegenwärtig ist.

Hygiene der Frau - Stoffbinden als Urprodukt

Eines ist für jede einzelne Frau wichtig: Sie sollte sich selbstbewusst und mit eigenem Kopf Gedanken um die monatliche Blutung machen. Die Werbung zu den bekannten Wegwerfprodukten ist intelligent gemacht, und schnell werden die eigenen Einstellungen zum Produkt über den Haufen geworfen. Frauen verspürten schon immer das Bedürfnis nach Sauberkeit und Hygiene. Diesem Bedürfnis wurde daher schon in der Antike Sorge getragen. Die Schönheiten in damaliger Zeit kannten sowohl den Tampon als auch Stoffbinden. Der Tampon war dem heutigen Produkt ähnlich, das Wollröllchen wurde mit Wachs überzogen und in die Scheide eingeführt. Hippokrates wiederum berichtete von Tampons, bei denen kleine Holzstückchen mit Stoff umwickelt wurden. Das Grundprinzip des Tampons hat sich also bis heute nicht verändert.

Wie sieht es mit der Entwicklung der Stoffbinden aus?

Generell wurden simple Stoffe zusammengebunden und vollständig um die Hüfte gebunden. Meist aus Leinen, war dies eine Variante der Stoffbinde und eines Slips - also einem Leibgürtel. Andere Länder, andere Sitten: Insbesondere die Naturvölker verwenden weiches Moos, Wolle oder sogar Tierhäute als natürliche Stoffbinden während der Menstruation. Auch weiche Meeresschwämme dienten als Vorlage während der Menstruation.
Mit dem Mittelalter änderten sich die Sitten in Europa. Frauen war es nicht erlaubt, Unterwäsche zu tragen. Und so lief ihnen während der Regel einfach das Blut an den Beinen hinunter. Afrikanische Frauen hingegen hockten sich zu Beginn bzw. zu den stärksten Momente der Menstruation über ein Erdloch und ließen das Blut hinauslaufen. Sie konnten ihre Muskeln so gut anspannen, dass sie zwischenzeitlich kein Blut verloren ging und entleerten sich nur zu bestimmten Zeiten. Sollte sich doch etwas Blut zeigen, machten sie einfach ein paar Luftsprünge und nutzten die Schwerkraft der Erde. Die Belüftung der Scheide sorgte obendrein dafür, dass sich kein unangenehmer Geruch bilden konnte.

Der Fortschritt, der mit der Industrialisierung um 1900 einherging, brachte die ersten Wergwerfbinden auf den Weg. Die traditionellen Stoffbinden waren verpönt und wurden vom aufblühenden Markt verdrängt. Doch die teure Damenbinde konnte sich nur die oberste Gesellschaftsschicht leisten. Das arbeitende Volk, besser gesagt die weibliche Bevölkerung häkelte oder strickte Baumwollbinden für den eigenen Bedarf. In der schlimmsten Not mussten auch alte Lappen herhalten, die fest zusammengenäht wurden und somit mehrfach verwendet und gereinigt werden konnten.

Einen Schritt vor - und einen zurück

Das 19. Jahrhundert war von sonderbaren Ansichten geprägt. Frauen sollten ihre Stoffbinden nicht wechseln, um den Blutfluss nicht vorzeitig zu stoppen. Diese eine Binde sollte nicht gewechselt werden! Nicht schon schlimm genug, wurde den Frauen geraten, nur eine Unterwäsche während der Menstruation zu tragen. Nachdem die ersten Wergwerfbinden in den USA keinen Erfolg hatten, konnte sich die Stoffbinde wieder durchsetzen. Dem amerikanischen Volk war soviel Offenheit der Körperhygiene dann doch zu viel. Selbst Mitte der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts wurden in Skandinavien noch Stoffbinden verwendet. Doch wieder setzte sich der technische wie materielle Fortschritt durch und verdrängte zum großen Teil Stoffbinden. Erst in den letzten Jahren sind sie als hygienisches und umweltfreundliches Produkt wieder entdeckt worden.

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